Kreativ und engagiert

Protrait unserer Kirchenpflege-Präsidentin im forum vom 30. April 2009

FOTO UND BERICHT: BEATRIX LEDERGERBER

 

Seit drei Jahren ist Heidi Pomella Kirchenpflege-Präsidentin in Langnau a.A.
Ihr Engagement ist eine logische Konsequenz ihres bisherigen Lebens.

Im hellen, dekorativ eingerichteten Wohnzimmer von Heidi Pomella fällt der Blick sogleich auf eine Gruppe von Krippenfiguren, die beim näheren Hinsehen jedoch eine Auferstehungs-Szene darstellen. «Pro Jahr gebe ich drei bis vier Kurse, in denen solche ‹Biblische Figuren Schwarzenberg› hergestellt werden», sagt die Langnauer Kirchenpflege-Präsidentin. Dabei geht es ihr nicht nur ums kreative Gestalten, sondern auch um die Verkündigung: «Mit diesen Figuren kann man junge Frauen wunderbar ans Evangelium heranführen.» Als gelernte Goldschmiedin und jahrelang in der Kirche engagierte Frau verbindet sie beim Herstellen der biblischen Figuren ihre kreativ-handwerklichen Fähigkeiten, ihren Glauben und «den Auftrag, den Glauben weiterzugeben».
Auf Fragen des Glaubens wurde sie in jungen Jahren durch familiäre Ereignisse gestossen: «Die Geburt unseres zweiten Kindes, das mehrfach behindert war, wurde zu einem Angelpunkt in meinem Leben.» Trotzdem blieb Heidi Pomellas Engagement nicht auf ihre Familie beschränkt. Über 20 Jahre arbeitete sie als Katechetin auf verschiedenen Stufen, dann 10 Jahre als pastorale Mitarbeiterin. Ehrenamtliche Tätigkeiten ziehen sich durch ihr ganzes Leben: zuerst im Vorstand der Elternvereinigung blinder und sehschwacher Kinder, als Stiftungsrätin des Wohnheims Lerchenhof, im Vorstand der Vereinigung Kursleiterinnen Biblische Figuren Schwarzenberg, im Vorstand der Schweizerischen Katecheten-Vereinigung und im Pfarreirat. Seit ihrer Pensionierung vor vier Jahren engagiert sie sich im Seelsorgerat und seit 2006 als Kirchenpflege-Präsidentin. «Der Tod meines Mannes kurz vor der Pensionierung warf unsere Pläne, was wir in der freien Zeit hätten unternehmen wollen, über den Haufen», erklärt sie ruhig. «Für mich war die Freude an der Arbeit immer zentral. Es war mir immer klar, dass ich Zeit, Lebenskraft und Weiterbildungen in eine sinnvolle Tätigkeit einsetzen wollte.» Deshalb war es eine logische Konsequenz ihres bisherigen Lebens, die Anfrage, das Präsidium der Kirchenpflege in Langnau zu übernehmen, zu bejahen.
Nur: Als Kirchenpflege-Präsidentin ist sie nicht mehr direkt bei der Gestaltung des Pfarreilebens engagiert, sondern «mehr im Hintergrund, im zurückhaltenden Schaffen der nötigen Rahmenbedingungen». Der vorausgegangene langjährige Dienst in der Kirche sei eine gute Vorbereitung gewesen, dieses Amt, das eine besondere Form von Nähe und Distanz erfordere, gut auszufüllen.
Auf die Einführung der neuen Kirchenordnung freut sie sich: «Unsere schweizerische duale Kirchenstruktur gibt Sicherheit in einer kirchlich manchmal sorgenvollen Zeit.» Das neue Mitgliederstimmrecht bedeute einen Zuwachs an engagierten Kirchenmitgliedern, «also Hoffnung und Zukunft». Die Auseinandersetzung mit der neuen Kirchenordnung könne positive Zeichen setzen: «Die Kirche vor Ort ist oft sehr lebendig und bewirkt viel Gutes. Man sollte nicht nur auf Rom und Chur fokussiert sein und sich von Negativ-Schlagzeilen bestimmen lassen. Wir sind eine Glaubensgemeinschaft, die unterwegs ist auf einem Weg, der keine Autobahn ist, uns dafür fordert und fördert – innerlich weiterbringt.»

 

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